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Eine Schule für syrische Kinder

Ende November starteten unsere Mitarbeitenden vor Ort ein Schulprojekt für Flüchtlingskinder aus Syrien. Das Ziel ist, Kindern, die nicht zur Schule gehen können, an zwei Halbtagen pro Woche einen vielseitigen Unterricht zu bieten. Während der Einführungswoche fand der Unterricht jeden Morgen statt. Unterstützt wurde das NOIVA-Team dabei von vier freiwilligen Helferinnen aus der Schweiz. Meret (24) war dabei.

Der Einsatz dauerte für mich nur eine Woche, und doch hinterliess er einen gewaltigen Eindruck. Ich war zum ersten Mal in Jordanien und reiste mit gemischten Gefühlen an. Zum einen freute ich mich auf die Kinder und Erwachsenen, die ich kennenlernen würde. Gleichzeitig fürchtete ich aber auch, dass mir das Leid der syrischen Flüchtlinge zu sehr zusetzen könnte.

Lange darüber grübeln konnte ich aber glücklicherweise nicht. Wir reisten am Samstag spätabends an, und am Sonntagmorgen begann die Schule. Ehe man sich versah, standen die ersten Kinder da, um sich mit einem Namensetikett versehen zu lassen. Sie waren voller Enthusiasmus und Neugierde. Ohne Scheu kamen sie auf uns zu, strahlten und lachten. Mir wurde bald klar, dass meine anfängliche Sorge unbegründet war. Zwar haben einige dieser Kinder wohl unbeschreiblich Schreckliches erlebt. Aber, und das ist das Beeindruckende: Sie sind offen und begeisterungsfähig. Dasselbe erlebte ich bei den Flüchtlingsfamilien, die wir jeweils nachmittags in ihren Wohnungen besuchten. Obwohl manche Geschichte, die da erzählt wurde, bedrückend war, dominierte bei den Hausbesuchen häufig die Freude.

Jordanien 2015

In der Schule herrschte zeitweise ein fröhliches Chaos. Wir malten und bastelten, spielten und machten Sport auf dem Platz neben der Schule. Eine jordanische Helferin erteilte den Kindern zudem Arabischunterricht. Am letzten Schultag, den wir miterlebten, begleiteten einige Mütter auf Einladung ihre Kinder zum Unterricht. Zu unserem Erstaunen beteiligten sich die verschleierten Frauen sogar am Fussballspiel! Kinder und Erwachsene rannten begeistert dem Ball nach. Das war eines der Highlights dieser Woche.schule5shcule 6