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Laptops und IT-Kurse für syrische Flüchtlinge

Vom 19. bis zum 21. Oktober verbrachte das NOIVA-Team vier geniale Tage im Flüchtlingslager Al Zaatari. Dabei arbeiteten wir wieder mit derselben Partnerorganisation zusammen wie bereits im Dezember 2014. Der Empfang fiel sehr herzlich aus und es war schön, gleich beim ersten Briefing ein paar bekannte Gesichter zu entdecken. Da unser Team diesmal einiges kleiner war, konzentrierten wir uns auf drei Angebote, eines davon im IT-Bereich. Die Volontärin Anina (32) berichtet.

Im Dezember letzten Jahres hatte NOIVA rund 15 Laptops – allesamt gebrauchte Geräte in gutem Zustand – ins Camp mitgebracht und in der Obhut unserer Partnerorganisation gelassen. Nun stellten wir mit grosser Freude fest, was aus dieser Sachspende geworden war: Man hatte einen Container in einen voll ausgerüsteten Computerraum inkl. Beamer, Leinwand und Drucker umgewandelt! Der Betreuer des Computerraums arbeitete vor seiner Flucht aus Syrien als IT-Spezialist. Er berichtete uns, dass hier nun dreimonatige Kurse angeboten würden. Interessierte Flüchtlinge lernen den Umgang mit dem Internet und mit sämtlichen gängigen Office-Applikationen. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten sie ein Diplom. Die Wartezeit für diese beliebten Kurse ist rund ein halbes Jahr. Ausserhalb der Unterrichtszeiten steht der Computerraum allen zur freien Verfügung.

Als Ergänzung wurde jetzt zu zwei Spezialkursen eingeladen: Jeweils vormittags führten wir eine bunt durchmischte Gruppe in den Gebrauch des Programms Photoshop ein. Gemeinsam verbesserten wir Landschaftsbilder, veränderten Fotos und machten nachträglich „Kosmetik“ an einem etwas unvorteilhaften Porträt. erstellten die Teilnehmer einer zweiten Gruppe Schritt für Schritt ihre eigene kleine Website und lernten dabei den fachmännischen Einsatz von HTML und CSS. Gegen Ende des Kurses, als die frischprogrammierten Websites online gehen sollten, stieg leider das Internet aus; von nun an musste offline instruiert werden. Und als etwa eine Viertelstunde vor Schluss der Generator ausfiel – kein Diesel mehr –, wurden Beamer und Leinwand kurzerhand durch Filzstift und Whiteboard ersetzt, um noch die letzten Schritte zu erläutern. Das machte aber nichts, hatten wir es doch beinahe bis zum Ende ohne technische Zwischenfälle geschafft!

Uns als Schweizer Team hat es grossen Spass gemacht, zwei so motivierte Gruppen zu unterrichten. Sie zeigten ein Engagement, von dem man bei uns zu Hause wohl in so manchem Kurs nur träumen würde. Obwohl es im Computerraum eng und nachmittags manchmal fast unerträglich heiss war, liess die Aufmerksamkeit nicht nach. Mit dem erworbenen Basiswissen können nun zumindest diejenigen, die ein wenig Englisch verstehen, Online-Tutorials nutzen, um ihre Kenntnisse selbständig auszubauen.

Übrigens: Auch diesmal brachten wir eine Ladung Laptops mit, mit denen in nächster Zeit in einem anderen Distrikt des Camps ein weiterer Computerraum eingerichtet werden kann. Und mehrere Dutzend gebrauchte Laptops warten in der Schweiz darauf, überprüft, neu aufgesetzt und für Jordanien vorbereitet zu werden. Damit wurde für die im Zaatari-Camp lebenden Menschen ein Angebot geschaffen, das bisher einzigartig ist. Wir sind begeistert und dankbar sowohl für alle Spender – Firmen und Privatpersonen – als auch für die IT-Fachpersonen, die ihre Zeit und Kraft opfern und dies alles möglich machen.

 

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