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Nähmaschinen für den Nahen Osten

Brigitte und Harry sind Menschen der Tat: Ab und zu an einem Hilfseinsatz teilzunehmen, genügt ihnen nicht. Sie wollen syrische Flüchtlinge in Jordanien langfristig unterstützen. Inzwischen sind sie auf dem besten Weg dazu – wenn auch ihr Projekt noch mitten in der Pilotphase steckt.

Im Herbst 2017 waren Brigitte und Harry für einen ersten Hilfseinsatz mit NOIVA in Jordanien. Das Ehepaar aus Winterthur – sie Tanzlehrerin, er frühpensioniert – führte in dieser Zeit u. a. Tanzkurse für syrische Mädchen und Jungen durch. Es waren bereichernde und prägende vier Wochen, sowohl für die Kursteilnehmenden als auch für Brigitte und Harry. «Wir haben all diese Kinder, aber auch ihre Familien sofort ins Herz geschlossen», erzählt Brigitte. Nach der Rückkehr in die Schweiz beschäftigte die beiden denn auch die Frage, wie sie sich weiterhin für die Geflüchteten engagieren könnten.

Eine ungewöhnliche Spende
Ebenfalls im Herbst 2017 erhielt NOIVA von einem Schweizer Unternehmen sechs Nähmaschinen. Die Sachspende sollte im Rahmen eines gemeinnützigen Projekts verwendet werden. Kurzerhand beschlossen Brigitte und Harry, die Sache an die Hand zu nehmen. Das NOIVA-Team nahm dieses Angebot sehr gerne an, fehlt es doch der Stiftung an allen Ecken und Enden an Ressourcen. Nach sorgfältiger Vorbereitung kann das Nähprojekt nun, ein knappes Jahr später, an den Start gehen: Im Oktober reisen Brigitte und Harry –gemeinsam mit zwei nähkundigen Mitstreiterinnen – erneut nach Jordanien, um zwei Wochen lang mit syrischen Frauen und (hoffentlich auch) Männern zu nähen. Bei der Herstellung einer einfachen Umhängetasche lernen die Teilnehmenden verschiedene Funktionen der Maschinen kennen. Das Ziel ist, dass sie nach dieser Einführung die Nähmaschinen sicher bedienen und selbständig damit nähen und flicken können.

Support von der Schweiz aus
Wie sich das Projekt nach dieser ersten Phase weiterentwickelt, ist noch offen. «Wir schauen jetzt erst einmal, wie die Resonanz auf unser Angebot ist», so Brigitte. «Danach entscheiden wir gemeinsam, wie es weitergeht.» Das Projektteam hofft natürlich, dass ein paar der Teilnehmenden so richtig «anbeissen» und mit Nähen dranbleiben wollen. Auch braucht es vor Ort eine Person, die die Verantwortung für die Nähmaschinen und deren Wartung übernimmt. Und natürlich einen geeigneten und bezahlbaren Raum. Dazu Brigitte: «Wir würden uns sehr freuen, wenn dies ein Selbstläufer wird – natürlich unterstützen wir gerne weiterhin von der Schweiz aus mit Verbrauchsmaterial, Knowhow usw.» Dank einiger Firmen-Sponsoren aus ihrem Umfeld liegt bereits eine grosse Menge qualitativ hochwertiges Nähzubehör bereit.

Lernen für die Zukunft
Der grösste Wunsch von Brigitte und Harry ist, dass sie mit ihrem Projekt «Nähen in Jordanien» die Basis für ein nachhaltiges Beschäftigungsmodell legen können. Frauen, Männer und Jugendliche sollen auf diesem Weg Fertigkeiten erwerben können, die ihnen einerseits Freude machen und andererseits das Potenzial haben, für ein Nebeneinkommen zu sorgen. Und ihnen vielleicht sogar eines Tages in Syrien den Neuanfang zu erleichtern …