Nahrung für Flüchtlinge in Jordanien

Es stehen immer weniger Decken, Nahrung, Kleidung und Medikamente zur Verfügung. Weil viele Geberstaaten ihren Zusagen nicht nachgekommen sind, stehen Millionen Syrer zu Beginn des Winters schlechter da als je zuvor. Eine Hungersnot droht: Von 2100 auf 825 Kalorien pro Tag und Person musste das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen seine Nahrungsmittelhilfe im November 2014 zurückfahren. Das ist weniger als die Hälfte des empfohlenen täglichen Minimums! Bereits seit Anfang Oktober 2014 erreichen nur noch 60 Prozent der bisherigen Unterstützung die Bedürftigen.

Andi Kunz, Präsident Stiftung NOIVA

Humanitäre Hilfe wird gerne delegiert:
Schliesslich kümmern sich doch schon etliche
Organisationen um solche Dinge! Aber die
Wahrheit ist: Der Bedarf übersteigt das Angebot
bei weitem. Es mangelt an Ressourcen jeder
Art
– Personal, Finanzen, Zeit.
Darum braucht es Leute, die sich ein Herz
fassen: Menschen, die ihre Energie, ihr Geld,
ihre Ferien investieren. Mit unseren Projekten
konzentrieren wir uns kurzfristig auf die
Nahrungsmittelhilfe. Doch langfristig ist es
unser Ziel, in Jordanien Arbeitsplätze zu
schaffen. Die ersten Schritte sind bereits getan.
Was könnte Ihr Beitrag sein?

Koordiniert mit anderen Hilfsorganisationen und in Zusammenarbeit mit UNHCR will die Stiftung NOIVA in den Grenzregionen Jordaniens möglichst schnell ein Programm zur Nahrungsverteilung auf die Beine stellen. Geplant sind bis zu drei Standorte an der syrischen Grenze. Pro Standort sollen täglich rund 1000 hochwertige Mahlzeiten verteilt werden.

Umsetzung

Die Standorte werden zwischen Anfang Januar und Mitte April 2015 in Betrieb genommen. Pro Standort werden 20 bis 30 Mitarbeitende benötigt, die jeweils die Verteilung der Mahlzeiten koordinieren. Derzeit werden zwei Varianten für die Abgabe von Nahrungsmitteln evaluiert:

  1. Abgabe von hochwertigen und nahrhaften Lebensmittelpaketen für die selbstständige Zubereitung durch die Flüchtlinge.
  2. Zentrale Zubereitung von hochwertigen, warmen Mahlzeiten. Diese werden direkt zu den jeweiligen Standorten transportiert.

Ziel

Unser Engagement soll Hunderten von Flüchtlingsfamilien und bedürftigen Jordaniern helfen, den kommenden Winter zu überleben. Beim Abgeben der Nahrungsmittel ist uns aber auch der persönliche Kontakt wichtig: Wir wollen den Menschen, denen wir begegnen, Würde und Perspektive vermitteln.

Finanzierungsbedarf

Die Stiftung NOIVA übernimmt die Koordination des Projekts sowie die Kommunikation mit Partnern vor Ort. Ebenfalls werden die Personalkosten des NOIVA-Teams selbst getragen. Dem Betrag für die Nahrungsmittel wird der aktuelle Preis für eine kalorienreiche Mahlzeit sowie für Babynahrung in Jordanien zu Grunde gelegt.
Eine Mahlzeit von etwa 2300 Kalorien kostet 3 JOD (Jordanische Dinar) und Babynahrung (Schoppen-Zusatz) für eine Woche 8.80 JOD. Obwohl so viele Aufgaben wie möglich durch NOIVA selbst getragen werden, ist die erfolgreiche Realisierung des Projekts von Finanzierungspartnern abhängig. Unterstützung ist in Form von Spenden oder direkter Kostenübernahme möglich.
Die zweckkonforme Verwendung der Spendengelder wird durch ein externes Treuhandbüro überwacht.

Durch fehlende Finanzierungen der UNO wird die Lebensmittelversorgung für syrische Flüchtlinge in Jordanien drastisch reduziert. Dies wird zu Hunger, Armut und weiterer Ausbeutung der Flüchtlinge in diesem Winter führen. Wenn wir keine direkte humanitäre Hilfe leisten, werden sich mehr Frauen
prostituieren, mehr Kinder arbeiten und schwerste Lebensbedingungen für die
Betroffenen die Folge sein.

Kilian Kleinschmidt, ehem. Leiter des UNHCR-Flüchtlingscamps Zaatari

Mehr als drei Millionen Vertriebene aus Syrien sind über den gesamten Nahen Osten verteilt, rund 628 000 davon suchten bisher in Jordanien Zuflucht. Die internationale Gemeinschaft steht bei der Versorgung der syrischen Flüchtlinge vor ungeahnten Herausforderungen. Vielen von ihnen steht
nun der dritte Winter fern von zuhause bevor.
NOIVA unterstützt gefährdete Familien – ob Flüchtlinge oder Einheimische, ob im Zaatari-Camp oder in den örtlichen Gemeinden. Diese Hilfe kommt genau zur rechten Zeit und steht ganz im Zeichen des humanitären Engagements, das in der Schweiz historische Tradition hat.

Hovig Etyemezian, Leiter des UNHCR-Flüchtlingscamps Zaatari

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